Lautlos

Reden?

Nein!
Sie verstehen sich auch so.
Sie schauen sich nur an
und hören ihren lautlosen Stimmen zu.


Schweben?

Ja!
Sie fliegen aufeinander zu.
Sie steuern sich an
und vergessen alles, einfach so.

J. Corell

Der Liebe Bestreben

In den Armen Dich halten

die Träume entfalten
Dich zärtlich verwöhnen
dem Alltag entgehen
Haut an Haut einfach spüren
die Sinne entführen
wie auf Wolken nur schweben
jede Sekunde erleben
Stunden genießen
wie Minuten zerfließen
All das zu erleben
ist das der Liebe Bestreben?
 
J. Corell

Distanz

Liebe Dich aus weiter Ferne.

Vermisse Dich weit weg von Dir.
Hab Sehnsucht so nach Deiner Nähe.
Dich jetzt bei mir, das wünsch ich mir.

Will Dich in den Armen halten.

Möchte kuscheln liebevoll.
Mag Dich überall verwöhnen.
Dich jetzt zu streicheln, das wäre toll.

Die Distanz ist unerträglich.

So weit weg ist alles öde.
Die Entfernung macht so einsam.
Dich jetzt vermissen, das blöde.

Freue mich auf’s Wiedersehen.

Bin bald zurück und nah bei Dir.
Die Entfernung, die wird schwinden.
Und wir sind dann wieder WIR.

  J. Corell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grau

Kennst Du die Tage?

An denen graue Wolken
den Himmel ganz bedecken?


Kennst Du die Tage?

An denen die Einsamkeit
bleischwer Dich bedrückt?


Kennst Du die Tage?

An denen die Sehnsucht
grausam Dich quält?


Kennst Du die Tage?

An denen der Tag
einfach grau ist?


Jörg Corell

 

 

Winter und Frühjahr

Der Winter hat sich fest gebissen.

Wie lange möcht ich gar nicht wissen.
Er läßt uns einfach nicht mehr los.
Wie lang dauert die Kälte bloß?
Frostig ist es, feucht und klamm,
Die Sonne scheint nur dann und wann.
Der Wind pfeift eisig um das Haus,
Da traut doch keiner mehr sich raus!

Erst wenn die Sonne wieder lacht,

Der Frost sich aus dem Staube macht,
Das Frühjahr wieder Einzug hält,
Dann erwacht wieder Welt.
Dann erfüllt uns wieder Leben,
Und der Frost, der grade eben
Uns so richtig lästig war,
Wird verbannt ins nächste Jahr.

  Jörg Corell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biergedicht

Das (die) Maß ist voll,

der Durscht ist groß
das Wetter toll,
jetzt gemma los!

Die Sonne lacht,

es lockt  die Schenke
mit aller Macht.
wir woll'n Getränke!

Es schmeckt das Bier

bei dieser Hitz'n,
drum sitz' mer hier,
vergessen 's Schwitz'n.

Kühlen Schatten spenden

Kastanien grün und groß,
doch wie wir's drehn und wenden,
den Durscht wer'n mir net los!

Trink ma noch 'n Helles,

's darf auch Weißbier sein,
das tun mir so lang's hell is,
und dann im Mondenschein.

Jörg Corell

 

 

Der Tapfere Ritter

Großer Drache, 

Bößer Drache,
Kam kleiner Ritter,
Großer Drache lachte.
Ritter: Sieg!
Drache: Schwieg.

Kleine Prinzess,
Schöne Prinzess,
Kam obiger Ritter,
Kleine Prinzess lachte.
Ritter: Sieg!
Prinzess: Schwieg.


Schöne Prinzess,

Tapferer Ritter,
Kam dicker Pfarrer,
Alles lachte.
Ritter: Ja!
Prinzess: Ja!
-> schönes Paar


J.Corell

Die Tiefe

Ich stehe vor einem Brunnen

schaue in die Tiefe
Ich lasse einen Stein fallen
Es dauert
Sehr
Sehr lange
- Da
Nach einiger Zeit
Ist es soweit
Ich weiß jetzt
Wie tief dieser Brunnen ist
Doch mein Stein ist verloren.


J. Corell

Die Blume

Am Rande des Weges,

er beachtete es kaum,
zertrat er die Blume,
anstatt sie an zu schaun.


Doch wenige Schritte weiter

die Blume wieder vor ihm stand;
in der Mitte des Weges,
nicht mehr am Rand.


Er versucht' sie zu plücken,

doch die Wurzeln sind hart.
Er wollte sie haben,
denn ihre Blüte war zart.


An diesem Plänzchen

zieht er noch und noch.
Und er ist guten Mutes,
irgendwann schafft er's doch.

J. Corell

Der Herbst

Der Wald legt ab sein grünes Kleid,

er will's jetzt nicht mehr haben.
Der Herbst zeigt nun die wahre Pracht,
die Vielfalt seiner Farben.


Bedeckt ist nun das weite Land

mit einer blassen Hülle.
Nebel gibt der ganzen Welt
so wundersame Stille.


Doch gibt es auch so spät im Jahr

noch Tage voller Wonne. 
Und wir genießen jetzt erst recht
die letzte Kraft der Sonne.

J. Corell